Nun sind die besinnlichen ruhigen Adventssonntage da, und was könnte man da Besseres tun als Serien aufholen, die man bisher verpasst hat? Also, an einem regnerischen Adventssonntag ist mir persönlich stark nach Kitsch, Drama und ein paar medizinischen Notfällen zumute… Aber Grey’s Anatomy kenne ich schon. Was also tun? Genau: Das Sequel einschalten. So ähnlich muss wohl auch Shonda Rimes’ Gedankengang gewesen sein…
Meine Bewertung (nach 4 Folgen):
3
Die Story:
Im Mittelpunkt von „Private Practice“ steht Dr. Addison Montgomery – ohnehin eine meiner Lieblingsfiguren aus „Grey’s Anatomy“. Sie zieht nach Los Angeles, um dort in der ganzheitlich ausgerichteten Ärzte-Praxis ihrer Studienkollegin Naomi mitzuwirken. Dazu gab es auch schon in GA einen kleinen Ausflug, sodass uns Addisons Abschied nicht zu sehr überraschte… Dort trifft sie auf ein Team von Ärzten, von denen jeder so sein Päckchen zu tragen hat. Naomi hat sich gerade von ihrem Mann getrennt, den sie allerdings in der Praxis noch jeden Tag sieht. Violet, die kompetente Psychiaterin, kann sich nicht von ihrem mittlerweile verheirateten Ex-Freund lösen, und Cooper, der herzensgute Kinderarzt, hat nur Interesse an Internet-Bekanntschaften. Außerdem arbeitet dort auch der Akupunkteur Pete, mit dem Addisons bereits einen feurigen Kuss ausgetauscht hat. Also um die Story auf den Punkt zu bringen: Es geht um die Herzschmerzen aller Beteiligten, metaphorisiert durch Krankheitsfälle – wie man das eigentlich auch aus GA schon kennt.
Fazit:
Das Rad wurde hier sicher nicht neu erfunden, und ich finde auch, dass die Private Practice hinter GA deutlich zurücksteht. Dennoch: Für ein Ärzte-Drama wird hier solide Arbeit geleistet und Kate Walsh muss man einfach mögen. Die anderen Figuren sind angenehm schrullig und man bekommt beim Sehen das wohlige Gefühl, dass einfach jeder Mensch irgendwie unglücklich ist.
Es werden sich vielleicht bis zum Ende der Staffel Ermüdungserscheinungen einstellen, andererseits kann ich mir auch vorstellen, dass sich die Charaktere hier deutlich weiterentwickeln und es einige Wendungen geben wird – wie sich das schon in den ersten vier Episoden abzeichnet. Ein wenig Herzschmerz und hübsche Menschen reichen für eine 2 allerdings nicht aus, da braucht es einfach etwas mehr Substanz.